Vortrag über römische Stadtgründungen in Germanien im Römerlager Wilkenburg

Die antike Zivilisation war eine urbane Kultur. Das Römische Reich bestand aus einem Geflecht von Stadtterritorien, die die Infrastruktur für ein zivilisiertes Leben bereitstellten. Politische Strukturen nach dem Vorbild Roms einschließlich der Rechtspflege ermöglichten einträgliche Geschäfte und boten Sicherheit. Zugleich boten Städte zahlreiche Einrichtungen wie Thermen, Amphitheater, Theater und Arenen.

Der germanischen Kultur war das Leben in Städten fremd, da es nicht ihrer Wirtschafts- und Lebensweise entsprach. Aus diesem Grund gründete Rom in den eroberten Gebieten eigene Städte. Am Rhein entstand beispielsweise Köln, das zugleich als zentraler Ort des Kaiserkultes für die germanischen Stämme gedacht war. Der antike Geschichtsschreiber Cassius Dio berichtete außerdem, dass auch weit entfernt vom Rhein mit der Anlage von Städten begonnen wurde. Lange Zeit nahmen Historiker diese Aussage nicht ernst. Inzwischen wurden jedoch entsprechende Orte entdeckt. In Waldgirmes kam ein römisches Forum mit einer lebensgroßen Reiterstatue ans Licht, die möglicherweise Augustus darstellt. Auch bei Marktbreit fanden sich Überreste einer urbanen Struktur.

Die Entdeckungen werfen neue Fragen auf. Aus der Antike sind mehrere Ortsnamen für Germanien überliefert, doch ihre genaue Lage ist häufig unbekannt. Unklar ist etwa, wo sich die Furt Tulifurdum befand und an welchem Fluss dieser Ort lag. Mit diesen und weiteren Fragen beschäftigt sich ein Vortrag von Siegfried Gatz von der Augustus Gesellschaft.

Der Vortrag findet Sonnabend, 7. März von 14 Uhr bis 15 Uhr im Römerlager Wilkenburg statt. Veranstaltungsort ist das Infocenter am Ende der Straße Dicken Riede in 30966 Hemmingen, Ortsteil Wilkenburg. Parkmöglichkeiten befinden sich auf dem Parkplatz beim Friedhof an der Wilkenburger Straße, da Flächen vor den Kleingärten Privatgelände sind.

Hinweise auf weitere Vorträge und Veranstaltungen zu historischen Themen sind auf der Internetseite Hannover historisch unter https://hannover-historisch.de  zu finden.

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